Ein Tag in Ohrid und Sophienkirche

Heute ging es in die Stadt Ohrid und das Taxi wird immer günstiger: 10 EUR in die Stadt und 500 Dinar (= 8 EUR) zurück ins Hotel.

Die Stadt liegt am Nordufer des Sees und kann natürlich seine Geographie am Balkan nicht ganz verleugnen. Nicht alles hier ist also stilistisch gelungen und zum Einkaufen würde ich auch eher andere Städte empfehlen.

Alte türkische Häuser in der Altstadt von Ohrid

Das heißt aber nicht, dass die Stadt keine charmanten Ecken hätte. Es gibt zB in der autofreien Innenstadt nette Gassen mit schön restaurierten älteren Häusern aus osmanischer Zeit wie wir sie auch in Istanbul gesehen haben. Die jahrhundertelange türkische Herrschaft zeigt sich im Stadtbild auch durch einige alte Moscheen im ehemaligen Bazarviertel (heute die wichtigste Einkaufsstraße Ohrids).

Rund um den Strand bei Kaneo bekommt Ohrid sogar einen leichten Anklang von Amalfiküste mit jungen badenden Menschen, Strandbars und Restaurants. Überhaupt ist Essen hier sehr gut und nicht teuer. Vor- und Hauptspeise mit Getränken für zwei Personen ist selbst in besseren Restaurants schon um die 50 EUR zu haben (und manchmal auch um weniger).

Außenfassade der Sophienkirche
Fresken in der Apsis der Sophienkirche

Sehenswert ist die Stadt aber vor allem wegen ihrer alten frühmittelalterlichen Kirchen aus der Zeit vor der osmanischen Eroberung als das Erzbistum Ohrid zur Wiege der altkirchenslawischen Kultur wurde.

Ihr religiöser Mittelpunkt war die Kirche zur Heiligen Weisheit oder kurz Sophienkirche aus dem 11. Jhd. In osmanischer Zeit als Moschee genutzt, ist sie seit 1878 wieder eine Kirche.

Die Fresken aus dem 11. Jhd. waren während islamischer Nutzung unter Verputz verdeckt und gerieten in Vergessenheit. Zwischen 1950 und 1957 wurden sie wiederentdeckt und restauriert. Die Fresken sind mit blauem und nicht, wie in Byzanz damals üblich, goldenem Hintergrund gemalt und lassen mit dieser Farbwahl eine Selbstständigkeit erkennen, die den Freskenzyklus zu einem Meisterwerk einer neuen lokalen Malerei am Balkan machten.

In ihrer monumentalen Darstellungsstrenge folgen die Bilder allerdings noch dem damals gängigen byzantinischen Kunstverständnis. Hier sollte erst ein Freskenzyklus in einer anderen Ohrider Kirche eine entscheidende Neuerung bringen.

Bild mit Fresken im Hintergrund und Kunsthistorikerin im Vordergrund

(Visited 28 times, 28 visits today)

1 Comment

  1. Tamara Maria Kapeller 4. Juli 2026 at 6:29

    😘

    Reply

Leave A Comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert